Programmatisches
Neukölln hat einen Beitrag zu leisten. Die Veränderung der
deutschen Gesellschaft durch Einwanderung ist eine
Herausforderung für das ganze Land. Welche Aufgaben dabei zu
bewältigen sind, zeigt sich nirgendwo deutlicher als bei uns. In
Gebieten wie Neukölln entscheidet sich, ob gesellschaftliche
Integration gelingt. Jede deutsche Stadt hat inzwischen ihr
Neukölln – aber längst nicht überall wird darüber nachgedacht,
was das für unser Land bedeutet.
Die Neuköllner SPD setzt sich seit Jahren intensiv mit den
entscheidenden Zukunftsfragen der Integrationsgesellschaft
auseinander. Immer wieder haben wir die Folgen gesellschaftlicher
Desintegration durch Arbeitslosigkeit und die Bildung von
Parallelgesellschaften analysiert und Konzepte zu ihrer
Überwindung entwickelt.
Wir stehen für ein klares Ja zu einem intervenierenden und
aktivierenden Sozialstaat. Unser Ziel ist es, Menschen aus der
Abhängigkeit von Transferleistungen zu führen und sie zu
befähigen, auf eigenen Füßen zu stehen. Ein Bildungssystem, das
auffängt, was Familien nicht leisten können, muss Kindern und
Jugendlichen Lebenschancen sichern – durch gemeinsames Lernen und
optimale Förderung in Ganztagsschulen, aber auch durch die
konsequente Durchsetzung der Schulpflicht. Wir brauchen dafür ein
Umsteuern bei den Instrumenten der Familien- und
Bildungsförderung, das die konsequente Stärkung der
Integrationsmotoren Kita, Schule, Berufsschule und Hochschule zum
Ziel hat.
Für ein erfolgreiches Umsteuern setze ich auf die Neuköllner
Erfahrungen: auf ein klares Bewusstsein für das, was auf den
Straßen Berlins jeden Tag geschieht und die Menschen beschäftigt.
Auf die Belastbarkeit unserer Analysen und die Vernunft unserer
Forderungen. Und auf den intensiven Erfahrungs- und
Gedankenaustausch im Alltag des politischen Lebens in Neukölln.
